Wenn das Gehör nachlässt

Im Laufe des Lebens lernt der Mensch, mit seinen Sinnen effektiv zu arbeiten. Je älter er wird, desto mehr verliert er jedoch diese Fähigkeit wieder. Dass Senioren schlechter hören und sehen können als Personen mittleren Alters, ist allgemein bekannt, ganz normal und sollte nicht beunruhigen. Eine Hörhilfe und Brille können hier schnell Abhilfe schaffen. Doch eine Schwerhörigkeit kann auch durch eine Erkrankung entstehen. In diesem Fall sollte möglichst schnell gehandelt werden, um eine dauerhafte Behinderung zu vermeiden.

Altersbedingte Schwerhörigkeit oder ernsthafte Erkrankung?

Ab einem Alter von 50 Jahren lässt die Hörkraft bei den meisten Menschen merklich nach. Doch nicht jeder ist davon betroffen. Verantwortlich dafür ist unter anderem auch die Tatsache, dass sich die Zellen des Körpers ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so schnell regenerieren können. Die altersbedingte Schwerhörigkeit tritt nie plötzlich auf, sondern ist ein schleichender Prozess, der sich langsam verschlimmert. Daher ist es vielen Betroffenen selbst auch nicht klar, dass sie schlecht hören. Meist werden sie von ihrem Bekanntenkreis oder der Familie darauf hingewiesen.

Wer nicht richtig hören kann, isoliert sich zunehmend, da er am sozialen Leben nicht mehr richtig teilnehmen kann. Gespräche mit Freunden werden anstrengend für beide Parteien und somit immer seltener.

Tritt eine Schwerhörigkeit in jungen Jahren und/oder plötzlich auf, so ist meist eine Erkrankung der Auslöser. In diesem Fall sollte schnell gehandelt werden, um ernsthafte Folgeerkrankungen oder eine bleibende Schwerhörigkeit verhindern zu können.

Häufige Erkrankungen des Mittel- oder Innenohres

1. Entzündungen werden meist ausgelöst durch Viren und Bakterien und können verschiedene Bereiche im Ohr betreffen. Weit verbreitet ist die Mittelohrentzündung, die besonders Kindern zu schaffen macht. Symptome sind Schwerhörigkeit, Ohrenschmerzen und ein Druckgefühl im Ohr. Je nach Art der auslösenden Faktoren kann es bei einer Nichtbehandlung zu schweren und dauerhaften Folgeerkrankungen kommen. Eine Behandlung erfolgt meist mit Antibiotika.
2. Ein Tinnitus äußert sich durch ein dauerhaftes Ohrgeräusch wie Pfeifen oder Klingeln. Auslösende Faktoren sind meist Stress, Bluthochdruck oder eine plötzliche Lärmbelästigung, wie einen lauten Knall in der Nähe des Ohres. Auch wenn ein Tinnitus für den Betroffenen sehr nervig sein kann, ist er im Grunde genommen harmlos. Behandlungsmöglichkeiten können unter anderem Entspannungsübungen, blutdrucksenkende Medikamente sowie eine Physiotherapie sein.
3. Ein Hörsturz kann sich durch plötzlich auftretende Hörprobleme, meist nur auf einem Ohr sowie Schwindel oder ein dumpfes drückendes Gefühl im Ohr bemerkbar machen. Wodurch ein Hörsturz entsteht, ist unklar, es wird jedoch eine vegetative Überreaktion des Innenohrs vermutet. Bestimmte Arzneimittel und eine spezielle Sauerstofftherapie können zur Behandlung eingesetzt werden.
4. Verletzungen des Trommelfells entstehen meist durch einen Schlag auf den Kopf, durch einen Unfall oder Sturz oder wenn Fremdkörper ins Ohr gelangen, zum Beispiel auch ein Wattestäbchen, welches zur Reinigung zu tief in das Ohr gesteckt wird. Dadurch kann das Trommelfell einen Riss beziehungsweise ein Loch bekommen. Symptome sind starke Schmerzen, Schwerhörigkeit gelegentlich auch leichte Blutungen. Ist die Verletzung nur klein, kann sie von alleine ausheilen. Bei größeren Defekten wird das Trommelfell mittels eines kleinen Eingriffes wieder zusammengenäht.

Mara
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Körper
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